Versteckte Bilder in der Decke der Sixtinischen Kapelle?

Die Decke der Sixtinischen Kapelle war für Analysten eine Art "Wo ist Waldo", um versteckte Themen und Bilder in Michelangelos Werk zu finden. Nach Angaben der NY Times glauben nun zwei Johns Hopkins-Professoren, eine anatomische Zeichnung im Nacken Gottes gefunden zu haben.

Die Times berichtet, dass Michelangelo ein begeisterter Schüler der menschlichen Anatomie war, aber nur wenige seiner anatomischen Zeichnungen erhalten sind. Die Johns Hopkins-Professoren glauben, eine Zeichnung eines menschlichen Hirnstamms am Hals Gottes gefunden zu haben. Dem Artikel zufolge wäre dies nicht das erste Körperteil, das in einem Fresko ausspioniert wird. Die Times verweist auf eine Studie aus dem Jahr 1990, in der ein menschliches Gehirn beschrieben wird, das in "Die Erschaffung Adams" gefunden wurde, und auf einen weiteren Artikel aus dem Jahr 2000, der darauf hinweist, dass eine Niere in einem anderen Panel erscheint.

Die Geschichte berichtet, dass der angebliche Hirnstamm in der Tafel "Die Trennung von Licht und Dunkelheit" erscheint, in der Gott mit über dem Kopf erhobenen Armen, die nach rechts gedreht sind, in den Himmel zu steigen scheint. Dort, in seinem Nacken, sagen Ian Suk und Dr. Rafael J. Tamargo, dass sie ein verborgenes Bild des Gehirns und des Hirnstamms sehen. Suk (ein medizinischer Illustrator) und Tamargo (ein Neurochirurg) sagen, dass sich Gottes Hals von anderen Zeichnungen an der Decke unterscheidet. Die Geschichte besagt, dass normalerweise die Hälse glatt aussehen, aber dass in diesem Fresko: "Es gibt Linien und Formen, die sich stark von der normalen äußeren Anatomie des Halses unterscheiden." Diese besondere Szene funktioniert auch anders mit Licht.

Laut der Times sagen die Professoren, dass ein Zufall dieser Details bedeuten würde, "dass Michelangelo einen sehr schlechten Tag hatte, was sehr unwahrscheinlich ist, weil er sehr akribisch war." Kunsthistoriker haben gemischte Gefühle gegenüber der Entdeckung. Der Artikel zitiert Gail L. Geiger von der University of Wisconsin, die von der gut erforschten Theorie überzeugt ist; In dem Artikel wurde auch Joanna Woods-Marsden von der University of California in Los Angeles erwähnt, die über die Idee empört ist.

Die Times endet mit einem Zitat eines Kunstwissenschaftlers der Pennsylvania State University, der sagt: "Ich möchte die Menschen nicht vom Schauen abhalten. Aber manchmal ist ein Hals nur ein Hals."

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