Schweine und Menschen haben mehr genetische Ähnlichkeiten als bisher angenommen

Schweine teilen eine Reihe überraschender vergleichbarer Merkmale mit Menschen. Zum Beispiel haben wir beide haarlose Haut, eine dicke Schicht subkutanen Fettes, helle Augen, hervorstehende Nasen und schwere Wimpern. Schweinehautgewebe und Herzklappen können aufgrund ihrer Kompatibilität mit dem menschlichen Körper in der Medizin verwendet werden. Medizinstudenten üben oft das Nähen an Schweinefüßen.

Die meisten dieser gemeinsamen Merkmale sind wahrscheinlich auf konvergente Evolution und Zufall zurückzuführen. Sie sind kein Zeichen enger Abstammung. Neue genetische Analysen deuten jedoch darauf hin, dass Schweine und Primaten tatsächlich eine verborgene evolutionäre Beziehung haben könnten, berichtet Phys.org.

Die neue Studie konzentrierte sich auf genetische Elemente, sogenannte SINEs (kurz eingestreute Elemente). SINEs, die etwa 11 Prozent der menschlichen DNA ausmachen, galten einst als "Junk-DNA", aber Forscher sind jetzt zu der Überzeugung gelangt, dass die Analyse dieser Elemente wichtige Hinweise auf die Evolutionsgeschichte von Säugetieren liefern könnte.

Der häufigste Sinus beim Menschen wird als transponierbares Alu-Element bezeichnet. Das ist wichtig, weil es von der kleinen zytoplasmatischen 7SL-RNA abgeleitet ist, und das ist wichtig, weil 7SL-RNA nach neuesten Erkenntnissen auch die Quelle für einen gemeinsamen Schweine-SINE ist. Dies wäre ein unwahrscheinlicher Zufall. Im Wesentlichen liefert es Beweise für die Idee, dass die Evolution von Schweinen und Primaten einige enge Parallelen aufweist, die zuvor durch konventionellere genetische Analysen verborgen wurden.

Das Ergebnis all dessen ist laut dem Autor der Studie, dass die Suidae-Familie (dh die Schweinefamilie) möglicherweise in eine Familie eingeteilt werden könnte, die ansonsten hauptsächlich von Primaten bewohnt wird, zumindest in Bezug auf 7SL-RNA-abgeleitete SINEs.

Welche Evolutionsgeschichte könnte dies über die Beziehung von Schweinen und Primaten erzählen? Derzeit können Phylogenetiker nur spekulieren. Aber es zeigt, dass unsere Beziehungen zu unseren Tierbrüdern oft enger sind, als es der erste Anschein vermuten lässt. Trotz der großen Vielfalt des Lebens gibt es eine Schnur, die uns alle miteinander verbindet - eine Schnur, die Genetiker erst zu lernen beginnen, wie man sie entwirrt.

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