Polarfuchs: Perfekt an die kalte Umgebung angepasst, aber wie geht es weiter?

Es gibt eine Legende über den Polarfuchs in Finnland: Jede Nacht rennt das pelzige weiße Tier durch die nördlichen Berge und löst Funken aus, wenn sein großer, buschiger Schwanz gegen die Felsen streift. Auf Finnisch sind diese Funken als Revontulet oder Fuchsfeuer bekannt. Wir kennen die leuchtenden "Funken" unter einem anderen Namen: Nordlichter oder Aurora Borealis.

Heute ist Finnland eines der wenigen Länder, in denen der Polarfuchs gefährdet ist. Die Überjagd auf das warme Fell der Tiere in der Region Fennoscandia (zu der auch Schweden und Norwegen gehören) verwüstete dort Anfang des 20. Jahrhunderts die Fuchspopulationen. Die Art hat sich in dieser Region nicht erholt und bleibt in jedem Land geschützt. Nur ein paar Dutzend Tiere bleiben in der Region.

Zum Glück ist Fennoscandia ein Einzelfall. Polarfüchse kommen in der gesamten Arktis in zahlreichen Mengen vor, einschließlich Nordamerika, Europa und Asien. Wissenschaftler schätzen, dass Hunderttausende von Polarfüchsen die kalte Tundra durchstreifen, ein Gebiet, das zu kalt ist, um Bäume wachsen zu lassen, in dem die Tiere jedoch perfekt zum Überleben geeignet sind.

Das weiße Fell der Füchse, das die Populationsspirale in Finnland beflügelt hat, ist ebenfalls ein wichtiger Faktor für den Artenreichtum. Das dicke Fell, das wärmer ist als jedes andere Fell, schützt die Tiere bei Temperaturen von bis zu minus 58 Grad. Zusätzlich zu dem dicken Fell an Körper und Schwanz bedeckt das Fell auch die Ohren und Fußsohlen des Tieres und ermöglicht es ihm, durch den kältesten Schnee und Eis zu laufen und zu tunneln. Und in den Wintermonaten bietet das weiße Fell auch Tarnung, sodass die Arten jede Beute jagen können, die sie finden können, wenn die Temperaturen am niedrigsten sind.

Das Fell des Fuchses ist nicht immer weiß. Am Ende des Winters wirft der Fuchs sein weißes Fell ab und wechselt zu einem braunen oder grauen Fell - wieder eine perfekte Tarnung, wenn der Boden mit Pflanzen und Beutetieren wie Lemmingen und Vögeln bedeckt ist.

Eine weitere Anpassung, die dem Fuchs gut gedient hat, ist sein ausgeprägter Gehörsinn. Diese pelzbedeckten Ohren können jede Beute spüren, die sich unter dem dichtesten Schnee bewegt. Wenn der Fuchs hört, wie sich ein Tier bewegt, stürzt es sich - und diese mit Fell bedeckten Füße ermöglichen es ihm, zu graben und schließlich zu speisen.

Polarfüchse gegen Klimawandel

Es bleibt abzuwarten, wie gut die Anpassungen des Polarfuchses der Art dienen werden, wenn sich die nördliche Umgebung aufgrund des Klimawandels erwärmt. Zu Beginn dieses Jahres in Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Forschungsergebnisse warnen davor, dass Lemminge - die Lieblingsbeute des Fuchses - "sehr empfindlich gegenüber dem Klimawandel" sind. Die Studie ergab, dass die Schneeeulenpopulationen in Grönland nach dem Zusammenbruch der Lemmingpopulation in der Region um 98 Prozent zurückgingen. Obwohl Polarfüchse generalistische Esser sind und alles konsumieren, was sie finden können, hatte der Mangel an Lemmingen "spürbare Auswirkungen auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit" in der Region. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass Lemmingpopulationen alle drei bis fünf Jahre abstürzen, gefolgt von einem Absturz der Polarfuchspopulationen. Beide Arten erholen sich normalerweise unter normalen Umweltbedingungen.

Der Klimawandel könnte auch den Wettbewerb im Lebensraum des Polarfuchses verstärken. Rotfüchse ziehen zunehmend nach Norden in Gebiete, in denen sie zuvor nicht gelebt haben, darunter Finnland, Russland und andere Regionen. Rotfüchse fressen nicht nur dieselbe Beute, sie sind auch größer und aggressiver als Polarfüchse und es ist bekannt, dass sie ihre weißen Cousins ​​angreifen. Es scheint nicht, dass Rotfüchse die Polarfüchse töten, aber es wurde beobachtet, dass Polarfuchsmütter ihre Jungen nach einem Rotfuchsangriff verlassen.

Andere Veränderungen könnten den Polarfuchs betreffen. Laut einem Bericht (pdf) der Species Survival Commission der IUCN könnten Erwärmungstemperaturen den Lebensraum der Tundra langsam in boreale Wälder verwandeln - Lebensraum, der für den Polarfuchs neu ist. Bäume bieten neue Orte, an denen Beute leben und sich verstecken kann, und es ist noch nicht bekannt, ob sich Füchse an diese Veränderung anpassen könnten.

Und dann ist da noch der Eisbär, mit dem der Polarfuchs eng verbunden ist. Füchse haben die Angewohnheit, die Überreste von Tötungen zu fressen, die Eisbären hinterlassen haben. Wenn die Eisbärenpopulationen aufgrund des Klimawandels wie erwartet zurückgehen, könnten die Füchse eine Hauptquelle ihrer Nahrung verlieren.

Glücklicherweise sind Polarfüchse erstaunliche Züchter, die normalerweise zwischen fünf und acht Jungen produzieren, manchmal aber auch bis zu 25 Jungen pro Wurf. Sie reifen schnell, erreichen in weniger als einem Jahr das Brutalter und lassen den gesamten Zyklus von vorne beginnen. Wenn die Art genug Beute zum Fressen hat, wird der Polarfuchs in naher Zukunft nirgendwo hingehen.

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