Laut DNA-Studie haben polynesische Seeleute Amerika lange vor den Europäern "entdeckt"

Die vorherrschende Theorie über die "Wiederentdeckung" der amerikanischen Kontinente war früher eine so einfache Geschichte. Die meisten Menschen kennen es: 1492 segelte Christoph Kolumbus den Ozean blau. Diese Theorie wurde dann kompliziert, als Archäologen 1960 in Kanadas Neufundland einen Ort namens L'Anse aux Meadows entdeckten, der bewies, dass nordische Entdecker Columbus wahrscheinlich um etwa 500 Jahre geschlagen haben.

Jetzt versprechen überraschende neue DNA-Beweise, die Geschichte noch komplizierter zu machen. Es stellt sich heraus, dass nicht Kolumbus oder die Nordländer - oder überhaupt keine Europäer - Amerika zum ersten Mal wiederentdeckt haben. Es waren eigentlich die Polynesier.

Alle modernen polynesischen Völker können ihre Ursprünge auf ein austronesisches Volk mit Seemigration zurückführen, das als erster Mensch die meisten pazifischen Inseln entdeckte und bevölkerte, einschließlich Länder, die so weitreichend sind wie Hawaii, Neuseeland und die Osterinsel. Trotz der unglaublichen Seefahrtsfähigkeit der Polynesier waren jedoch nur wenige Theoretiker bereit zu sagen, dass die Polynesier es bis nach Amerika hätten schaffen können. Das heißt, bis jetzt.

Hinweise auf die Migrationsmuster der frühen Polynesier wurden dank einer neuen DNA-Analyse gefunden, die an einer produktiven polynesischen Kultur durchgeführt wurde: der Süßkartoffel nach Angaben der Natur. Der Ursprung der Süßkartoffel in Polynesien ist seit langem ein Rätsel, da die Ernte vor etwa 8.000 Jahren erstmals in den Anden Südamerikas domestiziert wurde und sich bis zur Kontaktaufnahme nicht auf andere Teile der Welt ausbreiten konnte. Mit anderen Worten, wenn die Europäer vor 500 bis 1000 Jahren tatsächlich die ersten waren, die Kontakt mit Amerika aufgenommen haben, dann sollte die Süßkartoffel bis dahin nirgendwo anders auf der Welt zu finden sein.

Die umfangreiche DNA-Studie untersuchte genetische Proben moderner Süßkartoffeln aus aller Welt sowie historische Proben, die in Herbariumsammlungen aufbewahrt wurden. Bemerkenswerterweise enthielten die Herbarium-Exemplare Pflanzen, die während der Besuche von Captain James Cook 1769 in Neuseeland und auf den Gesellschaftsinseln gesammelt wurden. Die Ergebnisse bestätigten, dass Süßkartoffeln in Polynesien Teil einer bestimmten Linie waren, die bereits in der Region vorhanden war, als europäische Reisende anderswo andere Linien einführten. Mit anderen Worten, Süßkartoffeln haben es vor dem europäischen Kontakt aus Amerika geschafft.

Die Frage bleibt: Wie sonst hätten die Polynesier vor dem europäischen Kontakt Süßkartoffeln in die Hände bekommen können, wenn sie nicht selbst nach Amerika gereist wären? Die Möglichkeit, dass Süßkartoffelsamen versehentlich auf Landflößen von Amerika nach Polynesien geschwommen sind, wird als höchst unwahrscheinlich angesehen.

Forscher glauben, dass polynesische Seeleute Amerika zuerst entdeckt haben müssen, lange bevor es die Europäer taten. Die neuen DNA-Beweise zusammen mit archäologischen und sprachlichen Beweisen bezüglich der Zeitachse der polynesischen Expansion legen nahe, dass ein ursprüngliches Kontaktdatum zwischen 500 und 700 n. Chr. Zwischen Polynesien und Amerika wahrscheinlich erscheint. Das bedeutet, dass die Polynesier schon vor der Landung der Nordländer in Neufundland in Südamerika angekommen wären.

Die Ergebnisse zeigen, dass die technologischen Fähigkeiten antiker Völker und Kulturen aus der ganzen Welt nicht zu unterschätzen sind und dass die Geschichte der menschlichen Expansion auf der ganzen Welt wahrscheinlich weitaus komplizierter ist, als sich irgendjemand zuvor hätte vorstellen können.

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