9 Beispiele für Terrassenbau auf der ganzen Welt

Das beste Ackerland ist normalerweise ein flaches Feld mit guter Bewässerung. In der Tat benötigen einige Pflanzen wie Reis eine flache Fläche, um zu wachsen. Was machst du also, wenn du in einer hügeligen Gegend lebst und eine Möglichkeit brauchst, Nahrung für deine Familie oder Gemeinde anzubauen? Der Mensch hat vor Tausenden von Jahren eine elegante Lösung gefunden, die ein wesentlicher Faktor für das Wachstum großer Zivilisationen war.

Terrassenbau ist die Praxis, flache Gebiete aus einer hügeligen oder bergigen Landschaft herauszuschneiden, um Pflanzen anzubauen. Es ist eine Praxis, die von den Reisfeldern Asiens bis zu den steilen Hängen der Anden in Südamerika angewendet wurde. Hier sehen Sie, wie die Terrassenlandwirtschaft weltweit genutzt wurde.

Die vielleicht bekannteste Verwendung des Terrassenanbaus sind die Reisfelder Asiens. Reis braucht viel Wasser und eine flache Fläche, die überflutet werden kann, ist am besten. Ein ausreichend großer Bereich mit idealer Topographie für eine große Ernte ist jedoch schwer zu finden. Der intelligentere Weg ist die Terrassenzucht. Was auf den ersten Blick wie unbrauchbares Reisland aussieht, wird Schritt für Schritt zu perfekten Reisfeldern.

Die Verwendung von Terrassen trägt dazu bei, Erosion und Bodenabfluss zu verhindern. Dies wäre eine unmittelbare Folge des Versuchs, einen Hang ohne Terrassenstufen in Ackerland zu verwandeln. Durch die Nutzung von Terrassen kann ein Hang so lange produktiv bleiben, wie der Boden ordnungsgemäß gepflegt und die Terrassen gepflegt werden.

Tatsächlich sind die Reisterrassen der philippinischen Kordilleren vermutlich bis zu 2.000 Jahre alt, wurden 1995 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und gelten als das achte Weltwunder.

Der Terrassenanbau wird in Ost- und Südostasien für Reis, Gerste und Weizen verwendet und ist ein wesentlicher Bestandteil des landwirtschaftlichen Systems. Aber nicht nur asiatische Länder haben das Terrassenlandwirtschaftssystem im Griff.

Gebiete im Mittelmeer nutzen die Terrassenzucht für Weinberge und Obstgärten aus Oliven und Kork. Die Hügel und die steilen Hänge, die zur Küste führen, sind terrassierte Gebiete, die in produktive landwirtschaftliche Flächen umgewandelt wurden, auf denen einige der beliebtesten Lebensmittel (und Weine!) Aus der Region stammen.

Die Region Lavaux in der Schweiz nutzt auch die Terrassenzucht für Weinberge an der Nordseite des Genfersees. Die Terrassen reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück.

Inzwischen nutzten die Zivilisationen in Südamerika vor langer Zeit auch das Potenzial der Terrassenbewirtschaftung, um große Bevölkerungsgruppen zu ernähren. Machu Picchu und die hier abgebildeten Ruinen zeigen, wie die Inkas die landwirtschaftliche Praxis beherrschten.

Smithsonian schreibt: "Die Anden sind einige der höchsten und kahlesten Berge der Welt. Doch die Inkas und die Zivilisationen vor ihnen lockten Ernten von den scharfen Hängen der Anden und den zeitweise auftretenden Wasserstraßen."

Heute kehren moderne Landwirte zu den vor Tausenden von Jahren verwendeten Praktiken der Terrassenbewirtschaftung zurück, um die meisten Lebensmittel mit dem geringsten Wasserverbrauch zu produzieren.

Teebauern nutzen auch die Terrassenzucht. Diese wunderschönen grünen Pflanzen schaffen unglaubliche Landschaften und können oft genauso ein Touristenziel sein wie ein Ort, an dem ein begehrtes Verbraucherprodukt angebaut wird.

Terrassenbau ist eine alte Praxis, von der wir in längst vergangenen Zivilisationen immer wieder neue Beweise finden. Noch 2013 stellten Forscher fest, dass die Terrassenzucht in der Nähe der Wüstenstadt Petra noch früher als bisher angenommen genutzt wurde - schon vor 2.000 Jahren. "Der erfolgreiche Terrassenanbau von Weizen, Trauben und möglicherweise Oliven führte zu einem riesigen, grünen, landwirtschaftlichen" Vorort "von Petra in einer ansonsten unwirtlichen, trockenen Landschaft", berichtet die Universität von Cincinnati. Dies ist das Herzstück der Terrassenzucht: Nutzung von ansonsten nicht bewirtschaftbarem Land, um reichliche Ernten zur Unterstützung des Menschen zu erzielen. Ohne diese Praxis, die vor so langer Zeit erwachsen wurde, hätten Zivilisationen auf der ganzen Welt möglicherweise eine ganz andere Zukunft gehabt.

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